Bericht vom “Spontanes Märschchen entlang des Walensees”

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    • Bericht vom “Spontanes Märschchen entlang des Walensees”

      Spontanes Märschchen entlang des Walensees

      Es waren ja von Anfang an nicht so viele Interessenten und diese reduzierten sich am Tag X noch um 50%. Die anderen 50% hatten einen Notfalleinsatz wegen eines Zugunglückes. Es traten um 08:40 nur 50% der Teilnehmer die Wanderung an aber zu 100%. Also wenn im folgenden die Rede von mir ist sind das die besagten 50% der Teilnehmer die teilnahmen. Soweit klar?

      Sam Hawkins hatte im Vorfeld mal verlauten lassen, dass er sich vorstellen könnte mit mir die Tour in 3,5 Stunden zu machen. Ich stand dieser Aussage eher skeptisch gegenüber. Hatte ich doch seit einem Jahr nicht mehr trainiert.

      Das Auto hatte ich an der Betlisstrasse beim Restaurant Lago Mio auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt. Erst bin ich in moderatem Tempo gegangen als es dann von Asphalt auf Naturstrasse wechselte zog ich langsam an und wurde immer schneller soweit es meine nicht vorhandene Kondition zuliess. Mein Rucksackinhalt war auch nicht ausgelegt für eine Speedtour, er war 10.5kg schwer. Dafür konnte kommen was wollte ich war für alles gerüstet. Auch ein relativ komfortables Biwak wäre möglich gewesen.

      Nach 3 Stunden war ich in Garadur angekommen und hatte 14km zurückgelegt und ca. 1260Hm gemacht. Da ich nicht sonderlich gerne mit den ÖV fahre schaute ich mir Alternativen an auf dem GPS und habe eine gefunden. Von Garadur weiter den Berg hoch gegen Norden und dann gegen Westen über die Alp Schwaldis und Säls direkt unter den Kurfirsten. Später steigt man wieder ab und kommt nach Quinten wieder auf den Wanderweg den man auf dem Hinweg gegangen ist.

      Ich machte erst mal eine Stunde Pause und überlegte mir das Ganze nochmals. Ich war einstimmig dafür, also nahm ich es in Angriff und bereute es schon nach einem Kilometer und ca. 150Hm. Meine Kraft war aufgebraucht, ich brauchte für diesen Kilometer 30Min. Ich hielt nochmals kurz inne und spielte die Möglichkeiten durch. Es war erst ca. 13:15 also auch wenn ich krieche und die Möglichkeit des biwakieren nutze komme ich relativ gut durch. “Alea iacta est” Ich schlich also weiter und nutzte alle Techniken der Motivation und der Loslösung von den negativen Gedanken und abwärts Spiralen. So ging es langsam wieder besser und kontinuierlich höher bis auf 1530MüM. Noch ein paar Meter runter und endlich auf der Alp Schwaldis angekommen machte ich noch einmal eine kurze Pause und ass eine Handvoll Nüsse und trank etwas Wasser. Eine kleine Reserve behielt ich noch, wehr weiss vielleicht gibt es doch noch ein Biwak. Ich glaubte zwar nicht mehr daran hielt mich aber an das Motto “Erwarte immer das Unerwartete”

      Es ging mir mittlerweile wieder ziemlich gut und ich kam wieder etwas zügiger voran bis zu den ersten Schneefeldern. Jetzt wechselte ich von den Sandalen zu den Schuhen. Es schien mir die Sandalen hätten nicht genügend Gripp. Jetzt wurde mir auch klar warum mich die zwei Wanderer vorhin so doof angeschaut hatten. Es kamen noch ca. 5 Schneefelder und in den Wänden der Kurfirsten hörte ich oft ein Donnern. Die Tatsache, dass ich relativ nahe an den Wänden war und in steilem Gelände liess die Alarmglocken Läuten und ich begann das Tempo zu verschärfen. Wo immer es möglich war zog ich es vor locker zu traben nur die steilen Schneefelder querte ich langsam und vorsichtig. Nach Säls kam wieder schützender Wald und ich genoss den Abstieg. An laufen war aber nicht mehr zu denken ich war ziemlich schwach und unkonzentriert. also ging ich langsamen Schrittes den steilen Pfad hinunter.

      Die Ganze Tour war 31km und 2550Hm die Marschzeit betrug ca. 8.5Std. Es war gut wieder einmal die Grenzen zu spüren und die Hochs und Tiefs zu durchleben. Ich habe die Grenzen nicht verschoben aber etwas gelockert und wenn ich ich das nächste mal an meine Grenzen gehe werde ich sie ein bisschen verschieben.

      Alles mit Sandalen begehbar


      Mittagspause





      Ganz wichtig ist das richtige Schuhwerk



    • Die Fitness ist eine Sache des eigenen Empfindens. Die armen Rekruten schleppen auch schwerere Kleidung und Schuhe.
      Meine Kleidung inkl. Schuhe war 730 Gramm. Unterhose, Kurze Hose, T-Shirt, Sandalen.
      Gerade das Gewicht der Schuhe zerrt an den vorhandenen Kräften.
      Wenn ich von einer durchschnittlichen Schrittlänge von 80 Zentimeter ausgehe mache ich bei 31km ca. 38750 Schritte.
      Mit meinen Sandalen hebe ich pro Schritt 182 Gramm das macht 7,052 Tonnen.
      Mit meinen Bergschuhen die 1080 Gramm wiegen wären das 41,85 Tonnen, das ist fast 6 x mehr Gewicht.
      Es ist mir klar, dass man das nicht eins zu eins übertragen kann. Es zeigt aber doch auf wie bedeutend das Gewicht der gesamten Ausrüstung ist.

      So genannte Barfuss Sandalen trage ich vor allem um meine Fussmuskulatur zu trainieren. Seit ich das mache schmerzt die Arthrose nicht mehr und ich kann auf die Orthopädischen Einlagen verzichten die eine Fehlstellung korrigieren sollten. Die starken Füsse helfen mir aber auch in festen Schuhen, ich habe ein viel besseres Gleichgewicht in schwierigen Passagen und umknicken tue ich auch nicht mehr.
    • Hoi Roli

      Wie schon besprochen, Daumen hoch das du die Tour alleine und dann erst noch in verschärfter Ausführung durchgezogen hast :thumbup: .
      Betreffend des Unglücks stellt sich jetzt die Frage wie wir das Unglück genau abgrenzen:-).

      blick.ch/news/schweiz/zuerich/…enkelaster-id6665544.html

      Variante 1:
      Uiiiiiiiii, das Bier ist im Arsch....

      Variante 2:
      Kein Arbeitsfreies Weekend für das Aufräum und Störungsteam.

      Variante 3:
      Pech für Pendler:-)

      Als kleine Wiedergutmachung habe ich heute 2h unseren Kleinen Mann plus vollen Rucksack durch die heimischen Tobel getragen. So packen Anti und ich die nächste Anreise in Unterstammheim auf noch direkterem Wege als das letzte Mal :D .


      PS: Für einen "alten Löli" hast immer noch brutal Energie -> Ich ziehe meinen Hut vor der Leistung :!:
      Eeny Meeny Miney Moe
    • Absolute Hochachtung und Respekt!!!

      Wenn Du mal Zeit und Lust hast, könntest Du ein Review zu Deinen Sandalen schreiben. Ich bin sicher, derartiges findet großes Interesse.

      Der Orthopäde sagt mir, dass ich bei meinen Füßen besser getragen werden sollte, aber Barfußsschuhe gingen gar nicht.

      Meine Füße sind seit dem Dienst ziemlich dahin; vielleicht macht es einmal mehr Sinn, den Körper zu stärken, statt ihn mit Osthessen zu Schwächen.

      Liebe Grüße

      Semper
      Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!