Und wenn mir mein Autohersteller die Karre still legt....

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    • Und wenn mir mein Autohersteller die Karre still legt....

      Dieser "Bericht" zeigt doch einige unschöne Möglichkeiten welche den Autobauern bereits heute zur Verfügung stehen oder zukünftig zur Verfügung stehen werden:

      blick.ch/news/wirtschaft/neue-…en-stecker-id7743710.html

      Staatlich angeordnete Einschränkung des eigenen Radius im Ereignisfall oder das Blockieren von Unruhestiftern und Unbequemen? Technisch sicherlich bald kein Problem mehr. Ich brauch definitiv ein Mopped auf Reserve:-)



      Eeny Meeny Miney Moe
    • Schon blöd...
      Der Kanton Luzern erhebt seit 2017 leistungsabhängige Steuern auf Elektrofahrzeuge (Tesla kostet um die 700.--) und nun soll man seinen "Kraftstoff" auch noch selber bezahlen müssen...
      Und wenn der Hersteller die Karre stilllegen kann dürften die Behörden auch wissen wie das geht...

      Ich lach' mich schief. Und werde nachher genussvoll meinen app- und elektronikfreien V8 starten.
      Auch aus Steinen die einem in den Weg gelegt werden kann man Schönes bauen. - JWvG
    • Über Fernwartungszugriffe kann so einiges überwacht, gesteuert oder auch verändert werden. Beim Tesla z.B. die Reichweite der Batterie. Wer beruflich ein wenig mit Anlagen (in Produktion oder Instandhaltung) zu tun hat, weiß schon seit Jahren, was über diese Fernwartungszugriffe alles möglich ist.

      Das Gleiche gilt, um etwas ins OT zu gehen, für das SMART-Home. Alles was eine Verbindung nach draußen hat kann somit auch von draußen beeinflusst werden. Speziell auch mit dem Hintergrundwissen dass Google in Besitz von Firmen ist die für das SMART Home Produkte anbietet. (so ich suche jetzt mein Aluhut) ^^
    • Euch ist aber allen bewusst das der Artikel nur beschreibt wie ein Autohersteller der auch gleichzeitig die Tankanlagen besitzt das Tanken verhindert? Da legt kein "Autohersteller die Karre still".

      Das würde zwar theoretischa auch gehen aber nur wenn das Auto ein GSM Modul hat, denn ohne Kommunikation nach außen kann keiner was am Auto tun. Das wird in dem Artikel aber nicht beschrieben.
    • Hallo,

      kleine Korrektur, bei in der EU neu zugelassenen PKW und Klein-LKW soll das eCall-System ab 1.3.2018 vorgeschrieben werden. Die Einführung war schon 2015 geplant, hat sich aber bis heute verzögert, weil es Nachbesserungsbedarf beim Datenschutz gab.

      Zitat Wikipedia: "Im Hinblick auf den kontrovers diskutierten Datenschutz ist vereinbart, dass die durch eCall verwendeten Daten zu keinerlei anderen Zwecken verwendet werden dürfen und daher müssen die Ortungsdaten kontinuierlich gelöscht werden. Diesen Vorschlag muss das Europäische Parlament noch formell annehmen." (Quelle)


      Die Autobranche möchte die "phone-home"-Technik natürlich sofort für1000 andere Dinge zweckentfremden ("Pay-per-drive", dynamische
      Versicherungstarife, automatische anmeldung des Autos zur Wartung in der Werkstatt usw.).

      Rein praktisch besteht dabei das Problem, dass die Nutzung der 112 Notrufnummer ja kostenlos ist, die anderen Spielereien verursachen Kosten. Für das eCall-System reicht eine gültige SIM-Karte (bzw. deren virtueller Nachfolger eSIM), für die ganzen Zusatzdienste will der Netzbetreiber Geld haben.

      Rechtlich gehen Eingriffe wie bei Tesla nur, wenn man nicht Autos sondern Mobilitätsleistungen an den Endkunden verkauft, man also gar kein echtes Eigentum mehr am Auto erwirbt, sondern eher nur ein Nutzungsrecht. Ähnlich wie bei Software und Betriebssystemen.

      Grüsse
      Tom
    • Man erinnere daran wie Tesla nach Katharina plötzlich über GSM die Reichweite aller seiner Autos erhöht hat, die können die auch auf null runter fahren. Und wenn die Karre nicht mehr regelmäßig mit "zu hause" reden kann steht sie auch still.

      Gewöhnt euch dran, die totale Kontrolle eures Leben steht vor der Tür.
    • Moleson schrieb:

      Man erinnere daran wie Tesla nach Katharina plötzlich über GSM die Reichweite aller seiner Autos erhöht hat, die können die auch auf null runter fahren. Und wenn die Karre nicht mehr regelmäßig mit "zu hause" reden kann steht sie auch still...


      Das betraf nur die Fahrzeuge mit der extra kleinen Batterie. Es hat sich für Tesla nie gelohnt diese Batterie zu bauen (offizielle Aussage, ich vermute die kleine Batterie kann einfach die Leistungen nicht bereit stellen), so dass dort die mittelgroße verbaut wurde und die nutzbare Kapazität per Software künstlich eingeschränkt wurde. Diese künstliche Einschränkungen bei diesen Modellen wurde temporär aufgehoben, mehr nicht.

      Das grundsätzliche Problem bleibt bestehen. Als normaler Nutzer kann man das auch nicht ewig aussitzen.

      Der nächste PKW meiner Freundin kann hoffentlich ein e-PKW werden und da muss man das halt akzeptieren. Klar kann man das einzige Fahrzeuge auch zum Zwecke der Apokalypse auswählen, in der Realität sind Betriebskosten, Fahrspaß, (Sicherheit) und auch geringe Schadstoffemissionen im Stadtverkehr in ihrem/unserem Fall halt doch weitaus wichtiger.

      Auch mit der eSIM wird man sich eines Tages arrangieren müssen. Ich habe immer noch ein 20 Jahre altes Acatel OneTouchEasy Mobiltelefon, heute möchte ich das aber nicht mehr nutzen müssen. Ich vermute also, dass auch in den nächsten 20 Jahren die Enwticklung bei den Telefonen so weit voran schreitet, dass ich mich dem Fortschritt nicht verleugnen werde.

      Und ich bin da eh schon im Vergleich eher sensibel. Meine Smartphones haben keine biometrischen Sensoren und die Frontkamera ist abgeklebt. Das Telefon bei Nichtgebrauch ständig auszuschalten und den Akku raus zu nehmen habe ich in der Praxis aber nicht durchgehalten so dass auch mein Spyphone heute ziemlich viel von meinem Alltag mitbekommt...

      Die Polizei hierzulande beschwert sich übrigens über die Fahrassistenzsysteme in modernen PKW, die es z.B. nicht mehr erlauben andere Fahrzeuge gezielt zu rammen. Scheinbar können die deutschen OEM der Polizei da auch keine Sonderlösungen anbieten. (in den USA soll das anders sein) Ob es stimmt weiß ich nicht, habe ich aber so von einem gehört, der es eigentlich wissen muss.

      MfG
    • Cephalotus schrieb:

      Die Polizei hierzulande beschwert sich übrigens über die Fahrassistenzsysteme in modernen PKW, die es z.B. nicht mehr erlauben andere Fahrzeuge gezielt zu rammen
      Geil! Erinnert mich an ein altes Dashcamvideo von einer Verfolgungsjagd: mehrere Streifenwagen jagen in den USA eine Mercedes S-Klasse. Ein wackerer Polizist versucht mit seinem Auto die S-Klasse seitlich abzudrängen, prallt aber förmlich am Benz ab. Trockener Kommentar des Sprechers: "This German car was built to stay on the road."

      Der Hintergrund zu eCall, dem automatischen "Zwangsnotruf", wenn die Crash-Sensoren getriggert haben, liegt in der "Null-Verkehrstote"-Agenda der EU (Vision Zero), bis 2050 will man das Ziel erreicht haben. An sich ein lohnendes Ziel. Aus der Agenda stammen auch die Notbremsassistenten, die bei LKW ebenfalls vorgeschrieben werden. Derzeit noch passive (nur bremsen) Assistenten, bald aber auch aktive Assistenten (bremsen und ausweichen). Auch die längst vorgeschriebenen ABS- und ESP-Systeme stammen aus den Vorläufern dieser Agenda.

      Das ist das eine. Das andere sind Hersteller, die ihre Produkte auch nach dem Verkauf an den Endkunden weiter kontrollieren wollen. In der Industrie schon lange üblich. Z.B. bei elektronischen Messgeräten wie Oszilloskopen oder Testautomaten für Halbleiterbauteile. Die Geräte sind physikalisch vollausgestattet, die gekaufte Nutzungslizenz entscheidet darüber, welche Funktionen freigeschaltet werden. Auch die Option eines nur vorübergehenden Upgrades auf mehr Performance gibt es da schon lange.
      Porsche hat so etwas ähnliches (vorübergehend mehr PS gegen Bezahlung) m.W. auch schon angekündigt.
      Letztlich entscheidet der Markt darüber, ob sich so etwas durchsetzt. Man kann sich (in der Industrie) oft auch dauerhaft freikaufen - gegen entsprechenden Aufpreis. Dann ist die Nabelschnur zum Hersteller gekappt, das Produkt uneingeschränkt nutzbar, man bekommt aber auch keine Updates mehr.

      Grüsse
      Tom
    • Die Zugriffsmöglichkeiten heute sind viel weitreichender. Kleines Beispiels eines sehr guten Kumpels von mir. Der hat als Leasing-Karre einen Audi Kombi mit allem technischen Pi Pa Po drin. Auch Keyless-Go und natürlich SIM-Verbindung.

      Vor 2 Wochen war er beruflich für ein paar Tage in Berlin. Nachts bekommt er einen Anruf von der Polizei, dass sein Auto geklaut wurde, das Fahrzeug aber vor der polnischen Grenze abgefangen werden konnte. Was war passiert?

      2 ukrainische Leute hatten wohl den Code bei einer Schließung bzw. Freigabe durch Keyless Go ausgelesen und gehackt. Als der Kumpel schlief sind sie dann in den Wagen rein, konnten ihn ohne Schlüssel starten (Startknopf) und waren somit auf dem Weg zu polnischen Grenze. Da das Ding ne Leasing-Karre ist hat wohl die Leasingfirma eine Vereinbarung mit Audi (die haben ein Sicherheitszentrum für solche Angelegenheiten) bei unplausiblen Fahrzuständen eine Warnmeldung rauszugeben. Da weder die originale Keyless Go Karte noch ein Schlüssel in Funkreichweite waren als die Karre geklaut wurde muss bei denen ein Alarm losgegangen sein, mit einer Bewegung zur polnischen Grenze hat dann das Audi-Sicherheitszentrum die Polizei verständigt.

      Der Wagen wurde elektronisch auf der Autobahn gestoppt (Motor ausgeschaltet, Türen verriegelt) und die 2 Hanseln verhaftet (die Polizei war direkt hinter dem Wagen im Zivilfahrzeug). Das war die Hergangsschilderung die mein Kumpel vom Beamten bei der Abholung bekommen hat. Danach kam das Auto in die Nähe von Wolfsburg auf ein verschlossenes (unausgeschildertes) und gesichertes Verwahrgelände. Dort musste mein Kumpel dann per Zug hinfahren um es abzuholen. Ist wohl die übliche Methode wie ein Beamter dort vor Ort meinem Kumpel erklärte. Nach Ausweisung das er wirklich der Leasing-Inhaber ist ging es zum Auto. Die vorhandene Keyless-Go-Karte vom Kumpel funktionierte aber nicht. Deshalb Anruf (vom Beamten) beim Audi-Sicherheitscenter. Die Türen zum Fahreug wurden aus dem Sicherheitscenter geöffnet. Dann musste er sich auf den Fahrersitz setzen, um den im Innenraum befindlichen Fingerabdruckssensor neu anzulernen, da mit der Notabschaltung des KFZ beim Dienstahl alle vorhandenen Identifikationsdaten gesperrt wurden. Gesagt getan, die Karre lief nun wieder und er konnte nach Hause fahren.

      Insofern ist die Möglichkeit heute schon voll gegeben. Will man solche Spielereien unterbinden (das kann aber auch durchaus positive Effekte haben solche Ausstattungsmerkmale zu haben wie man sieht) ist die einzige Möglichkeit im Steuergerät der Kommunikationseinheit die SIM-Funktion auszuschalten. Damit greift man aber in der Garantiezeit in Module ein, wo das nicht erlaubt ist. Insofern muss man sich entscheiden ob

      a) Datensicherheitsbelange für einen selbst höher stehen als z.B. die Wiederauffindbarkeit bei Diebstahl
      b) Datensicherheitsbelange wichtiger sind als automatische Hilferufe des fahrzeugs bei der Auslösung diverser Kollisionssensoren
      c) oder man die entsprechenden Einstellungen (sprich: vorprogrammierte Settings wo die SIM nicht aktiviert wird) nur vorhält und dann im Notfall erst aufspielt
      d) Datenschutzbelange über Kompfortfunktionen beim KFZ stehen

      Eine schwierige Thematik die jeder für sich selber entscheiden muss. Alles im Leben ist zweischneidig.
      Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd.
    • Bei Audi heisst das übrigens Audiconnect:

      audi.de/de/brand/de/kundenbere…ienste/mycarmanager.html#

      Wer hier mal auf Dienstahlwarnanlage clickt erfährt was online möglich ist:


      Benachrichtigung Diebstahlwarnanlage
      Ob Diebstahl, Fahrzeugaufbruch und Räderklau – sobald etwas Illegales mit Ihrem Audi passiert, bekommen Sie über Audi connect eine Benachrichtigung mit Datum und Uhrzeit auf Ihr Smartphone, wenn die optionale Diebstahlwarnanlage anschlägt. Sicher ist sicher – und zugleich wird der Innenraum per Ultraschall überwacht.
      Vorteile
      • benachrichtigt per E-Mail und/oder Push-to-Smartphone
      • informiert über Grund und Zeitpunkt der ausgelösten Diebstahlwarnanlage
      • protokolliert vorausgegangene Alarmmeldungen
      Voraussetzungen
      Was Sie für die Nutzung des Dienstes Benachrichtigung Diebstahlwarnanlage benötigen
      • Option Notruf & Service inkl. Fahrzeugsteuerung
      • Option Diebstahlwarnanlage
      • myAudi App
      • Account bei myAudi mit Registrierung und Verifikation


      Das bieten auch viele andere Hersteller. Gerade bei Leasingfahrzeugen unterschreibt man gerne mal im Kleingedruckten die Einwilligung zu solchen Optionen mit, da der Leasinggeber dann geringere Versicherungsprämien zahlen muss. Alle Dienste laufen über die Fahrzeughersteller. Datenzugriff natürlich nur nach den geltenden Datenschutzbestimmungen :evil:

      Lohnt sich mal auf die Seite zu gehen um zu sehen welche Daten man übermitteln "kann".
      Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd.