Satellitentelefon als Rückfallsebene - Beispiel Thuraya SatSleeve

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    • Satellitentelefon als Rückfallsebene - Beispiel Thuraya SatSleeve

      Vorneweg: bisher war die Kommunikation via Satellitentelefon für mich persönlich etwas, das man am Himalaya oder im tiefsten Dschungel benötigt. Ich hatte diese niemals als weitere Ausfallsebene für mich als Privatperson auf dem Schirm und dachte eigentlich immer, dass es schwerst überteuert wäre, so ein Gerät über die Jahre vorzuhalten. Meine erste Einschulung auf ein Sat-Gerät hatte ich im Jahr 2002 im Rahmen meiner Schulung in der internationalen Katastrophenhilfe - von da an jedoch keine weiteren Berührungspunkte mehr damit.

      Für mich war klar: Wenn Handy und auch Festnetz nichts mehr bringen, wird die Funke angemacht und ich hoff halt, dass ich irgendwo etwas auf die Lautsprecher bekomme, womit ich etwas anfangen kann. Im kleinsten Umfeld mit den engsten Freunden innerhalb einer Stadt ging das auch schon mit billigen PMR Funken aus dem Discounter ganz gut. Doch Lebensumstände ändern sich, Freunde ziehen weg, die Familie breitet sich aus und mittlerweile haben wir teilweise Entfernungen von über 150km zu überbrücken wenn wir im Ernstfall was voneinander hören wollen. Funk scheidet da als ernsthafte Backuplösung für meinen Bereich aus, da viele sich nicht mit der Materie beschäftigen wollen (AFU Prüfung macht man halt als sonst Unbedarfter nicht einfach mal so nebenbei) und man, neben den Anschaffungskosten einer ernstzunehmenden Funkstation, teilweise auch noch sehr von Wetterlage und Stromversorgung abhängig ist.

      Vor ein paar Wochen wurde ich dienstlich dann mit einem Thuraya Satellitentelefon "beglückt" welches als eine weitere Rückfallsebene dienen sollte und ich habe mich deswegen erstmals auch wirklich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Ich muss sagen, ich bin mittlerweile wirklich begeistert von der Möglichkeit dieser einfachen und mittlerweile auch durchaus leistbaren Möglichkeit relativ einfach miteinander in Verbindung bleiben zu können (jeder, der ein Handy bedienen kann, kann das - man braucht auch keine große Einschulung und Prüfung und als "Stromversorgung" reicht eine normale Powerbank, mit der man auch andere Kleingeräte versorgen kann).

      Ich hab mich deshalb ein wenig umgeschaut und second hand (witzigerweise genau von jemanden, der am Himalaya war damit *g*) folgendes, für mich passendes, Gerät erstanden: den Thuraya SatSleeve Hotspot



      Dieser Hotspot kann nämlich einfach aufgestellt werden (Richtung Süd - Süd Ost ausrichten) und man kann sich via WLAN mit seinem eigenen Telefon verbinden (Sowohl IOs als auch Android) und dann entsprechend der WLAN Reichweite mit seinem Telefon auch ganz normal "herumwandern" oder auch mal eine bequemere Position einnehmen - Was sonst hierbei eventuell zu Verbindungsabbrüchen führen würde.

      Der für mich größte vorteil am Gerät ist der, dass man sein eigenes Telefon benutzen kann. Hier hab ich alle meine Kontakte, die ich auch laufend aktuell halte und bin auch den Umgang damit gewohnt.

      Der SatSleeve selber ist im Notfall auch als eigenständiges Telefon benutzbar:

      Wenn man auf die "SOS" Taste drückt, ruft der Satsleeve eine zuvor festgelegte Nummer an. Da ein Lautsprecher und Mikrofon im Satsleeve verbaut sind, kann man mit diesem dann ganz normal telefonieren.
      Aufladen kann man diesen ganz normal per MicroUSB Anschluss oder (schneller) mit dem mitgeliefertem Netzteil.

      Warum Thuraya?

      Die Netzabdeckung (Europa, Afrika, Asien & Australien) ist für mich ausreichend. Ich habe keine größeren Expeditionen vor - ich halte es lediglich als Backuplösung vor.

      Thuraya hat im Gegensatz zu anderen Sat-Netzen (z.B.: Iridium mit über 60) lediglich 2, dafür geosynchrone Satelliten im Orbit, die sich mehr oder weniger immer am selben Fleck befinden. Deswegen ist hier auch die Ausrichtung auf Süd-Süd Ost wichtig. Ein Nachteil ist hier natürlich, der Umstand, dass man wenn man geländebedingt keinen Empfang haben sollte (Tiefes, enges Tal mit einer hohen & steilen Felswand im Süden - oder Gletscherspalte mit kleinem Fenster nach oben) auch keinen Empfang bekommen wird. Bei anderen Netzen verirrt sich irgendwann ein Satellit in dieses Fenster und man kann dann Kommunizieren. Hier muss man selbst die Position so lange verändern, bis sich Empfang ergibt.

      Der eigentliche Vorteil vom Netz sind jedoch die laufenden Kosten:
      Mit der Nova Sim Karte (Prepaid) kann man tariflich recht günstig (unter 1 EUR) telefonieren und als "Gebühr" fallen pro 24 Monate erschwingliche 10 "Credits" an, was in etwa 6 EUR pro Jahr entspricht und die Sat-Sim Karte deshalb billiger macht, als die normale Wertkarte eines beliebigen Telefonanbieters in Österreich, die mindestens ein Aufladung von 10EUR pro Jahr brauchen um weiterhin aktiv zu bleiben.

      Aufladen kann man diese übrigens entweder mit Rubbelkarten in verschiedenen Creditgrößen oder aber auch per Internet mit Kreditkarte. Praktisch finde ich auch die Möglichkeit mit nicht mehr vorhandenem Guthaben eine "Recharge Number" gebührenfrei anrufen zu können um dann (vorherige Registrierung vorausgesetzt) einfach nochmal nachladen zu können.

      Die Oberfläche der App ist aufgeräumt und ohne unnötigen Schnickschnack:


      SMSen kann übrigens gratis via Webseite an jedes Thuraya senden: sms.thuraya.com/
      Die via Web gesendeten SMSen haben eine Zeitverzögerung von etwa 1 Minute.

      Praktisch ist auch die Funktion, seine eigenen GPS Koordinaten direkt per SMS zu versenden.

      Abgesehen von der Tatsache, dass man natürlich auch ein Satellitennetz von jetzt auf gleich abdrehen kann, ist das Ganze für mich also eine praktikable und vor allem auch einfache Lösung um bei uns weitere Strecken kommunikationstechnisch zu überbrücken, ohne gleich eine komplette Funkstation aufbauen zu müssen. Preislich gesehen mittlerweile auch eine durchaus passable Alternative.

      Habt ihr ähnliche Erfahrungen?
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Hallo Scave,
      das liest sich ja sehr interessant, ich verfolge seit längerem die Preise für eine SAT Handy für Thuraya, aber 460.- sind dann doch ein wenig viel.

      Wie viel kostet dein System?
      Wie funktioniert das in der Praxis genau?

      Etwa so?: Handynetz bricht zusammen - Du startest Deinen Hotspot - Bruder / Schwester / Onkel / Tante (scharfe Nachbarin, was weis ich wer noch) irgendwo in zB Zell am See starten ebenfalls ihren Hotspot - dann könnt ihr euch gegenseitig anrufen.

      Dazu ist aber dann so ein Hotspot für beide Teilnehmer notwendig und dazu wie beim Funken eine vorher bestimmte Einschaltzeit.

      Oder geht das doch anders?
      LG
      wiki

      =: Wo versteckt man am besten ein Sandkorn? -> In der Wüste... :=
    • Ich hab meinen als gebrauchtes Gerät auf willhaben gekauft. Preislich waren wir da bei einem Mittelklassehandy mit EUR 350,- inkl. Versand und einer Nova Sim Karte mit einem Restguthaben von knapp 20 Credits (nächste Abbuchung von 10 Credits für die Verlängerung für 24 Monate am 27.02.2019). Also für die Möglichkeiit via Sat unabhängig von Mobilfunknetzen zu sein eigentlich mittlerweile echt leistbar.

      Der Sleeve selber ist quasi nur ein Telefon, das einen Wlan Hotspot einrichtet. Vom Einschalten bis zur Verfügbarkeit des Wlans vergehen dabei knapp 30 Sekunden. Am Android Handy hast du eine App ("Hotspot") von Thuraya die sich erst nutzen lässt, nachdem du dich mit dem Handy in das Wlan des Hotspots verbunden hast. Der Hotspot selber ist dabei nicht als Hotspot von mir bis zu meinem Gesprächspartner tätig, sondern von meinem Mobiltelefon die Verbindung zum Thuraya Satelliten.

      Ab Verbindung des Mobltelefones mit dem Sleeve ists dann wie eine normale Telefonoberfläche mit Anrufen, SMSen, etc.

      Du kannst auch ganz normal deine gespeicherten Kontakte aus dem Telefon via der Hotspot App anrufen. Eine Doppelgleisigkeit mit Kontakten besteht bei dieser Lösung also nicht, da die App sich immer der aktuellen Kontakte in deinem Handy bedient.


      Hallo Scave,

      wiki schrieb:

      Etwa so?: Handynetz bricht zusammen - Du startest Deinen Hotspot - Bruder / Schwester / Onkel / Tante (scharfe Nachbarin, was weis ich wer noch) irgendwo in zB Zell am See starten ebenfalls ihren Hotspot - dann könnt ihr euch gegenseitig anrufen.

      Dazu ist aber dann so ein Hotspot für beide Teilnehmer notwendig und dazu wie beim Funken eine vorher bestimmte Einschaltzeit.

      Oder geht das doch anders?
      In etwa so ist es ja. Wobei der Sleeve eine Standby Zeit von mehreren Stunden und eine Gesprächszeit von 3 Stunden hat (hat mein "richtiges" Sat Telefon aber auch nicht viel mehr). Man kann diesen also auch ruhig eingeschalten lassen und wie bei einem "normalen" Handy auf einen Anruf warten - die Möglichkeit, per MicroUSB Strom zu laden ist dabei aber natürlich von Vorteil. Unabhängig davon wären bei mir im Bekanntenkreis aber so oder so fixe Zeiten für den Versuch einer Kontaktaufnahme im Blackout Fall ausgemacht, was die ganze Sache stromschonender macht.

      Wenn beide Teilnehmer in einer (warum auch immer) nicht versorgten Gegend sind, brauchen auch beide ein Sat Telefon (oder halt eben je einen Sleeve). Wenn es bei mir finster ist, beim Gegenüber aber alles roger, brauch natürlich nur ich ein Sat Telefon und kann damit mein Gegenüber ganz normal auf seinem Telefon anrufen.

      Man kann sich aber auch SMSen schreiben und da z.B. eine Zeit vorschlagen zu der man gegenseitig auf Empfang geht. SMSen werden im System bis zu 24h zwischengespeichert und bei Erreichbarkeit zugestellt.
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Ich habe mir vor Jahren ein Thuraya zugelegt. Damals ein wirklich kleines, handliches Telefon, das bei Testanrufen in Bahrain Dubai und sogar im Jemen super funktioniert hat.

      Aber gerade wo ich einmal in der Nähe von Kananga im Kongo an einer Strassenkontrolle wirklich dringend ein Telefon gebraucht hätte, sagte mir die nette arabische Stimme im Handy dass das Netz überlastet wäre und ich es später probieren soll. Auch z. B. in Laos hatte ich solche Verbindungsprobleme, SMS kamen teilweise viele Stunden später an. Das war alles andere als Hightech, die Sprachqualitaet ist technisch bedingt sowieso nicht immer gut.

      Das heisst nun aber nicht, dass ich Satphones für sinnlos halte, nein ganz im Gegenteil. Aber so wie im Film funktionierts nicht.
      Am besten steht man irgendwo auf einem Parkplatz oder einem andern freien Platz. Antenne sollte immer zum Satelliten zeigen, im Liegen kannst nicht telefonieren. Und aus Flugzeugen und Helis gehts auch nicht, wie die uns im Film zeigen.
      Het Bun Dai Bun
    • Ich finde Sat-Telefone sehr sinnvoll. Das einzige Manko ist die Basisstation. Ist da keine Verbindung mehr ins Netz vorhanden hat man keine Chance mehr normale Telefone als Gegenpart zu erreichen.

      Hat jemand von euch eine Übersicht welcher Anbieter jeweils mit wie vielen Basisstationen arbeitet und wo die dann stehen?
      Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd.
    • So nach ein paar Tagen "Herumexperimentieren" hab ich das Teil für gut befunden und es bekommt einen dauerhaften Part in meiner Ausrüstung. Deswegen hab ich ihm auch noch ein paar "Upgrades" spendiert und ein weiteres Fazit gezogen:



      Die Ausrichtung auf Süd-Südost funktioniert wirklich einfach und auch innerhalb eines Gebäudes, wenn man den Sleeve am Fenster stehen hat. Das ist ein riesengroßer Vorteil gegenüber eines "normalen" Satelliten Telefones, da ich mich mit meinem normalen Handy ganz normal bewegen kann (innerhalb der Wlan Reichweite des Hotspots).

      Das Sat-Netz wurde immer innerhalb kurzer Zeit gefunden. Wenn man den Sleeve aufstellt, ausrichtet, einschaltet, ist dieser meist schon bereit, bevor man am Handy die erforderlichen Schritte abgehandelt hat. Wetter war bisher in allen Varianten vorhanden. Gestern bei starker Bewölkung hat er sich etwas schwerer getan - jedoch das Signal auch sicher gefunden und auch gehalten.

      Ob das Wlan des Sleeves auch mittels Wlan-Repeatern entsprechend skaliert werden kann, werde ich in den nächsten Tagen testen.

      Verbindungsabbrüche hatte ich keine, und auch die Gespräche wurden bis auf ein einziges Mal immer zügig aufgebaut.

      Die Gesprächsqualität schwankt zwischen "fast normal" und "skype Anfangszeit" je nachdem, wie hoch die Auslastung offenbar ist.

      Die gratis WebSMS funktionieren einwandfrei mit ziemlich genau 60 Sekunden Latenz.

      Das Aufladen per (vorher dafür angemeldetem) PinCode und (vorher definierter) Kreditkarte funktioniert tadellos.

      Negativ: Trotz guter IT Kenntnisse (Eigeneinschätzung - und zumindest die meines Dienstgebers *g*) hab ich die Datendienste bisher noch nicht zufriedenstellend zum Laufen gebracht.

      Folgende "Upgrades" hab ich ihm spendiert:

      1) Peli Case

      Der SatSleeve ist nicht Wasserdicht oder dergleichen, weshalb ich ihm ein Pelicase spendiert hab in dem man auch das wichtigste Zubehör (Ladekabel) unterbringen kann:



      2) Kurzanleitung (laminiert)

      Einfach eine Anleitung mit den wichtigsten Daten und einer Kurzanleitung wie man das Teil auch ohne große Vorkenntnisse zum Laufen bringt. Angedacht ist es, auch den weiter entfernten Part der Familie so auszustatten - da ist das "Prepper Gen" nicht so groß ausgefallen - jedoch durchaus technisches Verständnis da. Mit einer Kurzanleitung kann man deshalb auch bei längerer Nichtnutzung schnell wieder damit arbeiten.

      3)


      Wichtige Nummern für den Fall der Fälle in Textform. Der Teufel schläft nicht, und schnell sind alle Nummern im Speicher verloren oder man muss auf ein anderes Telefon zurückgreifen. Hier habe ich meine für mich wichtigsten Nummern hinterlegt. Diese sind auch noch getrennt in "normale" Terrestrische GSM Nummern und Sat-Telefonnummern (das hat eher was mit meiner Tätigkeit zu tun).

      Weitere noch geplante Erweiterungen:
      - altes Adnroid Telefon (Samsung Galaxy S4active) als Backup Handy zum Sleeve dazu packen (das Pelicase ist groß genug)
      - großen Gefrierbeutel in den das Pelicase mit aufgestelltem Satsleeve hineinpasst dazu packen (dann kann man die Konstruktion kurzfristig auch bei leichtem Regen aufstellen, wenn mans dringend brauchen sollte draussen

      Habt ihr noch Ideen oder Anregungen? Immer her damit!
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Hallo Scavenger,

      wie ist das mit längerem Stromausfall ? Wie bekommst Du die Akkus geladen ?

      Könntest Du im Notfall die Sat Geräte auch mit AA (Promär-)Zellen oder AA Akkus oder anderen Batterien betreiben ?

      Hast Du eine dedizierte Solarzelle dafür ?

      Wenn die Geräte länger bei Deinen fernen Familienmitgliedern schlummern, könnten die Akkus kaputt gehen.

      Wie lässt sich das Gerät dann betreiben ?

      Gruss,

      Udo
    • Hallo Udo!

      Mein Haushalt und auch der Familiensitz sind mit Photovoltaik abgesichert - Von daher mache ich mir um die Ladung von Kleingeräten mittlerweile gsd nicht mehr viele Gedanken.
      Die Solarlösungen sind prinzpipiell alle Mobil und auch redundand bis hin zur kleinsten Einheit, welche ein Goalzero Nomad mit 10 Watt (und damit voll transportabel) wäre. Ich kann damit meine Powerbanks laden oder auch direkt in den USB Ausgang (die Geräte sind alle mittels Micro-USB bzw. USB-C zu laden) gehen.


      (Bild von bhphotovideo.com/c/product/999…ide_10_adventure_kit.html)

      Als Hauptpanele hab ich hier faltbare & flexible 100Watt bzw. 60 Watt Panele, die mir meine jeweiligen Speicherlösungen (derzeit 2x Suaoki 400Wh, 1 Suaoki 150Wh und ein Goalzero Yeti 150) bei kleinem Packmaß recht passabel laden können. Für den Hauptsitz (=Rückzugsort am Land) ist für 2018 eine fixe Photovoltaiklösung mit entsprechend mehr Power und auch Speicher angedacht.

      Als Backup vom Backup habe ich auch noch 2 Powerbanks (Guide 10) von Goalzero(=Bild oben), die normale AA bzw. AAA Akkus (von denen ich jeweils 4x4 geladen und gepflegt aufbewahre) aufnehmen können.

      Das Akkuproblem hab ich auf den Schirm - das Gerät lässt sich jedoch auch mit angestecktem Ladekabel als quasi Durchschleifer betreiben (Akku muss aber im Gerät gesteckt sein). Hierzu reicht eine Powerbank aus. Ein Quartalsmäßiger Check (bei mir ist dieser dienstliche 1x im Monat vorgeschrieben und wird deswegen auch fürs private Gerät gleich mitgemacht) wird auch der Familie zumutbar sein - da es aber eh einige Auslandsaufenthalte im Jahr gibt, ist das auch immer ein guter Grund den Gerätecheck hiermit zu verknüpfen und auch gleich im Ausland zu testen ;)

      Einen Zweitakku habe ich auch noch in Erwägung gezogen - der hat aber derzeit nicht die oberste Priorität.

      lg,
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Einen kleinen Zusatz für die (eventuell zukünftigen) SatSleeve Nutzer habe ich für Heute noch:

      Wenn durch ein Ereignis mal alles steht, ist es narürlich zu spät sich über die Installation der Hotspot App für Android oder IOs Gedanken zu machen.

      Ich hab mir deshalb die entsprechende APK Datei als Installationspaket gezogen und in meine sicherungswürdigen Dateien aufgenommen, von denen ich sie, mehrfach redundant gesichert, auch ohne Internet einfach auf ein Android Handy installiert bekomme.
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Und es folgt ein Update ;)

      Kommunikationskonzept wurde innerhalb der Familie besprochen und ein erstes Gerät für die weiter entfernte Familie angeschafft. Vorgabe der älteren Generation war jedoch, ein eigenes "richtiges Telefon" zu finden. Die Vorzüge des SatSleeves wurden zwar eindeutig anerkannt, der Einfachheit halber jedoch wurde ein richtiges Telefon vorgezogen.

      Mit ein wenig Glück in den Internetbörsen war das zuvor festgelegte Budget nicht ganz ausgeschöpft und damit kann ich präsentieren:

      Thuraya SG-2520 inkl. Zubehör und 2 Strong - Akkus:

      Das Gerät wurde 2007 auf den Markt gebracht, ist im Gegensatz zu vielen SatPhones jedoch erfreulich klein und liegt sehr gut in der Hand.


      Verpackt hab ich das ganze natürlich auch wieder als ein "direkt use" Set in einem wasserdichten Koffer (wurde mir vom Verkäufer dazugeschenkt, da er keine Verwendung mehr dafür hatte):


      Und auch die bei mir obligatorischen Kurzanleitungen für die Auffrischung der wichtigsten Sachen ist wieder in laminierter Form dabei:


      Als SHTF Lademöglichkeit ist auch ein USB Ladekabel dabei gewesen.

      Unterschied zum SatSleeve ist natürlich die Gebundenheit an die korrekte Ausrichtung des Gerätes (auch während Gesprächen) auf eine freie Süd-Südost Sicht. Weiters ist der Slim Akku tatsächlich auch "slim" in Sachen Leistung. Die zwei stärkeren Akkus hingegen halten schon einen guten Tag durch. Ein weiterer Aspekt ist die Tatsache, dass dieses Gerät auch im normalen GSM Netz funktioniert - man kann also auch eine normale Sim damit betreiben.

      In vielen Ländern hat Thuraya direkte Roamingverträge mit einigen GSM Anbietern, bei denen man mit der normalen GSM Sim (z.B.: A1 in Österreich) bei nicht vorhandenem Netz auch direkt im Sat-Netz telefonieren kann.
      Bei meinem Telefon wurde mir eine Nova-Sim mit ein paar Euros an Guthaben mitgeschenkt, weshalb ich diese Option noch nicht getestet habe.

      Das Set wird jetzt von mir an die Familie ausgerollt :)
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Wieder ein kleines Update als Ergänzung:
      In Österreich wurde bisher von mir selber erfolgreich der Provider A1 bzw. auch dessen virtueller Ableger bob.at erfolgreich mit der normalen Netzsimkarte im Thuraya Netz getestet (Gespräch wurde erfolgreich via SatNetz aufgebaut). Damit kann man theoretisch auch seine normale Sim (sofern der Provider mit Thuraya im Vertrag steht) mit den Satellitentelefonen nutzen.

      Theoretisch deshalb, da hier horrende Kosten für die Gespräche entstehen (im Vergleich zur Prepaid Nova Sim Karte von Thuraya - im Vergleich zu anderen Netzen sogar eher normal *g*) - da reden wir von Preisen von EUR 3,30 pro Minute.
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Leider ein unerfreuliches Update: Die Preise für die Bereitstellung der SimKarte im Prepaid Bereich wurden von Thuraya ab 01.04.2019 deutlich (um knapp 800%!) erhöht.
      Bisher wurden für 2 Jahre Bereitstellung 10 Units abgebucht. Zukünftig werden für 1 Jahr Bereitstellung 39 Units abgebucht.

      Im Vergleich ist das immer noch günstig - aber halt bei weitem nicht mehr so günstig wie bisher.
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Ich hab die letzten Aufladungen per Kreditkarte im Wechsel 1 USD - 1 Unit gemacht. Was 1 Unit wirklich ist, weiss Thuraya selber offenbar nicht immer. Mal werden sie mit $ Zeichen angegeben, bei manchen Rubbelkarten, wie zuvor schon angeführt, stimmt das aber sicher nicht.
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Ja sowieso - es ist im Vergleich zu anderen Diensten immer noch "Spottbillig" - trotzdem ist es zum jetzigen Tarif eine Erhöhung um 800%.

      Wir haben das Ganze mittlerweile großflächig ausgerollt - eben weil es bisher tatsächlich "lächerliche" 5 Units pro Jahr gekostet hat (billiger als die Telefonwertkarte in meiner Alarmanlage). Wo ich vorher also bei 4 Telefonen 20 Units pro Jahr aufwenden musste um Empfangsbereit zu bleiben, sind es jetzt schon 156 Units - das ist halt Budgetär schon ein Unterschied.
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.
    • Ein erfreuliches Update hat sich in der Sache wieder für mich ergeben: Ausgehend von der letzten Preiserhöhung wäre ein aufrechterhalten der 4 Satphones die wir mittlerweile allein in der Familie hatten nicht finanziell vertretbar gewesen.

      Ein Mobilfunbetreiber in Österreich bietet jedoch Roaming für Thuraya mittels seiner normalen Simkarten an: A1 (das ist auch der Weg, der für die meisten Behördensatphones genutzt wird)
      A1 selber hat jetzt keinen Tarif, den ich mir einfach so "auf Halde" leben will. Ich wollte eine Lösung, die nicht erfordert, hier lang und breit mit Simkarten herumtauschen zu müssen (ausserdem habe innerhalb meiner Familie nur noch ich A1 als Provider).

      Lange Rede kurzer Sinn: Bei einer Tochterfirma von A1 (yesss.at) , die als eigener Provider auftritt wurde ich fündig:

      Ein Tarif, der keine laufenden monatlichen Kosten verursacht und trotzdem im Thuraya Netz Roamen kann.


      Roaming in der Thuraya App:


      Einziger Wehrmutstropfen: Die Tarife für Aktiv- als auch für Passivtelefonie sind ziemlich gesalzen (SMS ist gleich teuer).



      Aber mal ehrlich: Ich will in einer Krise ja nicht ein Kochrezept durchgeben sondern mich möglichst kurz und präzise austauschen.

      Anruftests sind allesamt positiv und schnell in Verbindung gegangen - da habe ich keinen Unterschied zur "echten" Thuraya Sim feststellen können.

      Plan derzeit: die Guthaben der Thuraya Sims auslaufen lassen und dann mit den Providersimkarten ersetzen.

      Damit wäre dann ohne Nutzung das Ganze sogar noch günstiger, da komplett befreit von irgendwelchen jährlichen Aufladungen.
      Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden.