Komfort / Ausrüstung / Training vs. Ultralite & Co.

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    • Komfort / Ausrüstung / Training vs. Ultralite & Co.

      Hallo Leute!

      Seit längerem wird in der "Outdoorszene" ja Ultralite immer beliebter und beliebter.

      Grundsätzlich kann ich jeden verstehen, der sagt, er möchte mit so wenig wie möglich im Rucksack unterwegs sein, um möglichst das wandern zu genießen.

      Allerdings sehe ich meine Outdooraktivitäten auch immer eine "bisschen" unter dem Trainingsaspekt. Ich gehe davon aus, in einer "Survival-Situation" oder einem sonst wie geartetem Szenario auch einen ziemlich beladenen Rucksack zu schleppen - daher macht es für mich wenig Sinn mit einem leichten Rucksack zu trainieren. Bei Tageswanderungen etc. schleppt man ja eh wenig(er) Gewicht mit sich.

      Gerade habe ich aber meinen Rucksack mal wieder für ein paar Tage gepackt und ich komme inkl. Verpflegung auf 35 Kg.

      Müsste ich davon alles mitschleppen? Nein. Aktuell sicher nicht. Aber ich hab a) Lust mir die Fähigkeit so einen Rucksack zu schleppen zu erhalten und b) mag ich es nicht, meine Ausrüstung im Wohnzimmer oder einem Garten zu testen und c) mag ich den "Komfort" den ich habe, wenn ich mir mit entsprechender Ausrüstung ein Lager baue, ein Feuer mache etc. oder auch einfach die Beschäftigung damit in der Natur selbst (Fernglas usw.).

      Wie haltet ihr das? Seid ihr eher aus der "so wenig wie möglich mitschleppen" - Fraktion? Oder lauft ihr auch mit dicken, fetten "Bug Out Bags" durch die Gegend, nehmt ordentlich Ausrüstung mit um zu testen, zu probieren, etc?

      Grüße,

      Mark Wilkins
    • Bei mir liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Wenn es um das Testen von Ausrüstung geht, dann ist mir das Gewicht egal. Da nehme ich mit was notwendig ist. Auch schon mal 2 Schlafsäcke oder 2 Planen oder einen riesigen, fetten Kocher. Da bin ich aber nie extrem weit weg, maximal 1 - 2 Stunden Fussweg.

      Bei weiteren Strecken, da versuche ich möglichst leicht zu sein, aber trotzdem bequem. D.h ich habe sicher Sachen mit die ich nicht brauche und manche auch doppelt (Taschenlampe, Messer, Feuerzeug, ...). Aber Gewicht zählen und auf das Gramm optimieren ist nicht meins. Mir ist mein robustes 800 Gramm Tarp lieber als das fragile und empfindliche 328 Gramm Tarp (Zahlen erfunden). Ich habe auch Wasser dabei obwohl ich weiß das ich es mit dem Filter auch so bekomme.

      Im Stressfall, da ist mein BoB sicher schwerer. Aber da wäre "zu Fuß" auch nur die letzte Möglichkeit. Und wenn es zu schwer wird, dann lasse ich einfach etwas zurück. Im Chaos wäre mir das egal, im normalen Leben würde ich nie ein Messer oder einen Topf wegwerfen, nur um Gewicht zu sparen.
    • So im Alltag trage ich genug, also Einkäufe und anderes Zeug im Rucksack. Unterwegs ist das unterschiedlich. Wenn es Sport ist, wie MegaMarsch, packe ich sehr leicht und spartanisch. Dieses Jahr war ich zu Fuß unterwegs, und es musste nicht minimal sein, weil ich den Benpacker mitgenommen habe, einen Pilgerwagen. Ich bin damit sehr zufrieden :)
    • Kommt ein bisschen auf das Szenario an, denn nach dem packe ich den Rucksack.

      Wenn wir wirklich schnell von zu Hause weg müssten (warum auch immer), geht Geschwindigkeit vor Gewicht. Bedeutet, ich lasse eine ganze Menge Zeug, dass nötig ist zu Hause, kann aber im Zweifelsfall meine 5 jährige Tochter tragen.

      Wenn es ein regulärer Bug-Out ist- also die Zeit fast egal ist, ich aber nicht entdeckt werden will- dann komme ich auf gut 40Kg an Ausrüstung und Material, die ich schleppen kann. Dafür aber nicht ewig lang (so um die 20Km) und vor allem langsam.
      Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!
    • Ich habe mich seit diesem Jahr etwas mit dem thema Ultraleicht beschäftigt weil mir halt auch der MYOG aspekt sehr interessiert und und sehen wollte was ohne eine menge Geld auszugeben machbar ist. Weil ich seit ein paar Jahren auch oft das Kameraequipment mitschleppe wollte ich doch das gewicht eltas in grenzen halten. mache ich jedoch nur tageswanderungen oder nur eine nacht draussen ist das gesamtgewicht zimlich egal.
      und manchmal gehe ich auch mit minimaler ausrüstung raus um mal wider zu merken was mann eigentlich braucht.

      Eigentlich denkt man oft ich gehe 2 Wochen raus dehalb brauche ich auch mehr ausrüstung ect. meine erfahrung ist jedoch da sich um so längr ich drausen bin sich meine konfort ansprüche senken un dich eigendlich weniger brauche ( auser Nahrung natürlich), wogegen ich bei kürzeren aufenthalten meistens mehr luxus brauche bis ich ans draussen sein an "klimatisiert" bin.

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    • Ich unterscheide hier mal zwischen Wanderausflug / -urlaub und einem BugOut. Bei Ausflügen schleppe ich nicht den ganzen Hausrat mit mir herum, dann funktionieren normalerweise auch solche Dinge wie Restaurants, Läden, Mobilfunk und was der Homo Sapiens Digitalis so braucht.

      Beim BugOut gehe ich davon aus dass entweder die Infrastruktur sich sehr nachteilig verändert hat und nachher nichts mehr so wird wie bevor oder dass ich wegen Hochwasser, Brand oder was auch immer eine zeitlich begrenzte Abwesenheit bedeutet, vorübergehend ausziehen muss.

      Eine Kurzzeit - Evakuation kriegen auch die Behörden noch recht gut hin, ist in der Regel auch geographisch begrenzt. Da muss ich nicht alles mitschleppen, wenn es sein muss kann ich dann auch problemlos in den Klamotten schlafen. Duschen geht auch nach zwei, drei Tagen, an unangenehmem Geruch stirbt man nicht.

      Beim definitiven BugOut hingegen werde ich auch einiges an Gewicht mitschleppen. Und dafür gibt es, wie schon erwähnt wurde, diese Benpacker für die Vermögenden oder (weil ist praktischer für mich) einen Lastenanhänger für's Rad welcher mit dem entsprechenden Griff zur Handkarre wird. Wie schon mein Lehrmeister sagte: Wenn es Räder hat muss man es nicht tragen...
      Was aber für mich bei einem solchen Ereignis wichtiger ist - die Qualität des Materials. Mal abgesehen davon dass Ultraleicht in sehr guter Qualität auch 'ne Kostenfrage ist, ich bevorzuge da eher langlebiges Material das robust und auch mit primitiven Mitteln reparierbar ist und dafür nehme ich eben auch Mehrgewicht in Kauf. Mein Fluchtgepäck habe ich modular aufgebaut. Angefangen bei Werkzeug und Mitteln, welche ein (Ueber-)leben angenehmer machen und jederzeit abgeworfen werden kann bis hin zum "Kern" des Systems welcher nur noch das Notwendigste enthält und dem entsprechend leichter ist.
      Auch aus Steinen die einem in den Weg gelegt werden kann man Schönes bauen. - JWvG
    • Ich denke, die Zeit ist hier ein wichtiger Faktor.

      Wenn es bei einem Bugout schnell gehen muss, dann wird nur der BOB geschnappt und weg.
      Habe ich mehr Zeit zur Vorbereitung kann ich mir ggf. überlegen, was ich sonst noch benötigen könnte und kann das Setup auf das Fortbewegungsmittel anpassen.

      Bei Wander- und Tagesausflügen kommt es ganz darauf an, was ich machen will.
      Habe ich Lust auf "Abenteuer" nehme ich Dinge wie den Wasserfilter oder das Tarp (Sonnendach beim Essen) zum spielen/üben mit.
      Ist mir jedoch mehr nach einer gemütlichen Wanderung, dann kann es sein, dass ich nur mit ein paar Utensilien für den Notfall unterwegs bin, also möglichst leicht. Verpflegt wird dann ganz "dekadent" im Restaurant.
      Heute ein guter Plan ist besser als morgen ein perfekter Plan.
      -George S. Patton-