Heizung optimieren

    • Heizung optimieren

      Hallo zusammen,

      Mein Haus ist mit Gliederradiatoren ausgestattet.
      Geheizt wird noch mit einer Öl-Heizung, welche aber in absehbarer Zeit durch Gas ersetzt wird.

      Bei mir steht im Wohnzimmer das Sofa direkt vor dem Radiator und ich möchte es ehrlich gesagt auch nicht unbedingt wo anders hinstellen.
      Dass dies aber Heizungstechnisch nicht optimal ist, ist mir auch bewusst.
      Auch habe ich das Gefühl, dass die Räume nicht besonders gut geheizt werden, obwohl die Radiatoren warm sind.
      Daher möchte ich nun die Heizung optimieren.
      Probehalber habe ich mal einen kleinen Tisch-Ventilator (Ø20 cm) beim Radiator hinter das Sofa gestellt. Dieser bringt trotz punktueller Belüftung die Temperatur schon gut ein halbes bis ein Grad höher.
      Nun möchte ich bei allen Heizungen Ventilatoren anbringen um die Konvektion zu verbessern.
      Dabei ist bei mir die Frage aufgekommen, wie ich das Ganze noch weiter optimieren kann. Brächte es etwas, die Radiatoren vorne ganz zu verschließen, so dass man quasi einen Windkanal hat, aus dem die Warme Luft rausbläst?
      Hat schon jemand so etwas gemacht und kann da von eigenen Erfahrungen berichten?
    • Heizungen von vorne würde ich nicht verschließen, sieht scheiße aus.

      Nimm sogenannte Querstromlüfter, die sind wesentlich leiser als "Propellerventilatoren". Solche Dinger gibt es mit 230V und als 12V Variante wahlweise Motor links oder rechts wo du besser von der Stromversorgung her rankommst.

      Die Dinger in schmaler Bauweise wählen. Wenn möglich (abhängig vom Bodenabstand der Radiatoren) unter den Heizkörper setzen. Lust dann von Oben nach Unten saugen lassen, so das der warme Luftstrom Richtung (kaltem) Boden geführt wird. Querstromlüfter so anschließen, dass du sie von der Drehzahl her regeln kannst (musst du dir die richtigen raussuchen).

      Querstromlüfter sind so etwas hier:

      conrad.de/de/p/trial-tas27b-00…!222!3!367270211439!!!g!!

      Alternativ auf vorgefertigte Ventillatoren für Konvektionsheizungen gehen:

      speedcomfort.de/shop

      Achte hier aber auf das Arbeitsgeräusch.

      Brauchst halt immer Strom in der Nähe des Heizkörpers. Ggf. z.B. einen HUE-Steckdosen-"Einsatz" holen (brauchst dann noch die Bridge für 40€ dazu):

      cyberport.de/?DEEP=KV01-1HN&AP…2Zyg_VEAYYAiABEgLvQPD_BwE

      Dann kannst du dir über die HUE-App Zeitroutinen bauen wann die Lüfter laufen sollen und wann nicht. Kannst du dann auf dein Heizprogramm einstellen. Das ist dann die "billige" Variante im Vergleich zu einem vollvernetzten Heizsystem. Setz immer auf ein Zigbee-Protokoll bei der Haussteuerung das wird sich generell durchsetzen.

      Alle Anbieter auf die Schnelle raus gesucht gibt solche Produkte vermutlich woanders qualitativ besser und/oder billiger.
      Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd.
    • Noch was (wenn du zukünftig auf eine Gas-Brennwert-Therme gehen willst):

      Denk über deine Vorlauftemperaturen nach. Wenn du energietechnisch sparen willst (dafür aber höhere Investkosten am Anfang hast) dann schmeiß deine Rippenheizkörper raus und installier Tieftemperaturheizkörper aber welche mit integrierten Aktivatoren (Vorsicht: gibt welche mit und ohne). Diese Aktivatoren sind Lüfter wie du sie jetzt bei dir quasi home-grown ran basteln willst.

      Wenn dich das Thema interessiert hier zum Einstieg:

      energie-experten.org/heizung/h…emperaturheizkoerper.html

      Ist sozusagen dein Konzept nur halt ein wenig mehr mit wirklich aufeinander abgestimmten Komponenten die Luftströmungstechnisch wirchklich zueinander passen. Das Grundprinzip ist aber das von dir erdachte Vorgehen.
      Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd.
    • Hallo Chevron,

      mit den Ventilatoren hast Du vermehrt Staub im Haus.

      Hinter die Heizung Reflexionsfolien kleben (gibts im Baumarkt).

      Heizkessel regelmäßig reinigen.

      An den költesten Tagen mit einem elektrischen Betriebsstundenzähler die Laufzeit checken,
      Abgastemperatur messen und ggf. mittels kleinerer Düsen Laufzeit verlängera und Abgastemperatur herunter bringen.
      ggf. eine elektrisch betriebene Kaminklappe nachrüsten (verhindert Auskühlung des Kessels durch Kaminzug.

      Das hat aber alles seine Grenzen, sonst versottet der Kamin (Taupunkt) .

      Gruss, Udo
    • Danke schon mal für die Antworten.
      Da sind einige sehr interessante Ansätze dabei.

      Ich hätte jetzt mit PC-Lüftern gearbeitet, und diese dann unter die Heizung gebastelt. Diese gibt es beim schnellen Ali sehr günstig und gibt es auch in Silence-Ausführung.
      Welchen Vorteil hätten die Querstromlüfter?

      Und weshalb die Luft von oben nach Unten ansaugen? Ich dachte, die natürliche Konvektion mit Ventilatoren verstärken wäre besser? Welche Vorteile hätte es mit Ventilatoren "gegen die Konvektion zu kämpfen"?

      Dass man mit Ventilatoren den Staub etwas aufwirbelt, ist mir bewusst. Evtl. gibt es da auch eine Lösung (mit einer Art Filter oder so)? Dazu mache ich mir auch noch Gedanken. Aber wirklich tragisch wäre es nicht.

      Den Gedanke mit den Reflexionsfolien hatte ich auch schon. Ich dachte aber, dass ich mittels Ventilatoren eine Höhere Effizienz hätte - insbesondere hinter dem Sofa wo die Strahlungswärme eh nichts nützt.
    • Querstromlüfter sind meist leiser und effektiver, Alilüfter würde ich nie nehmen wegen Qualität und ggf. Brandgefahr.

      Gegen die Konvektionsrichtung um den Boden als Wärmespeicher effektiver zu nutzen. Heissere Luft heizt den Boden schneller und höher auf auch wenn du im Endeffekt ja eine grosse Luftwalze im Raum erzeugst. Wärme nach oben blasen heizt die Decke und das kann ein unangenehmes Raumklima bilden, deshalb auch im Auto immer den Hauptstrom warmer Luft im Winter in den Fussbereich blasen. Hast du warme Füsse fühlst du das Raumklima gleich insgesamt wärmer und ballerst nicht unnötig Energie raus. Ist wie dicke Socken. Kältere Luftschicht im Kopfbereich ist angenehmer.
      Der Bote der Wahrheit braucht ein schnelles Pferd.
    • Hallo Chevron,

      Im Bereich der Heizungen sind die Mauern (in älteren Gebäuden) meist recht dünn. Dafür waren die Reflexionsfolien hinter der Heizung gedacht, um die Dämmung dort zu verbessern.

      Besorge Dir 24 V Lüfter, die auf 12 V (langsam) laufen. Die sind dann absolut leise und der Luftwirbel hält sich in Grenzen.

      Sehr gut sind die Lüfter der Fa. Papst, da leben auch die Lager länger.
      Billige Lüfter machen krach und nerven, die Lager sind meistens schnell kaputt.

      Mit einem Draht-Potentiometer oder einer kleinen Elektronik-Schaltung (Drehzahlregelung) kannst Du auch noch die Drehzahl von den Lüftern regeln. Wenn das gut werden soll, würde ich sowas einbauen.

      Die Idee mit dem Filter finde ich sehr gut. Das wird dann allerdings ein größeres Projekt, bis der entsprechende Kasten gebaut ist.... und der Filter muss auch entsprechend Durchlass bei geringem (Gegen-) Druck haben.
      Ich würde mal nach Netzten (Flusensieb) suchen, wie sie in Trocknern (-> Waschmaschine) eingebaut sind.

      Damit kannst Du Flusen und sowas reduzieren.

      Gruss, Udo
    • Meine Heizkörper hingen früher auch in Nischen mit 'ner 12er Wand nach draußen, alle anderen Wände sind 36er. An kalten Tagen brauchte ich keine Wärmebildkamera :/
      Falls es Dein Budget hergibt verfülle die Nischen, ansonsten kam der Tipp mit der Folie ja schon.

      Gardinen vor den Heizkörpern sind auch ein Thema.
      Das Problem am Sozialismus: irgendwann geht einem immer das Geld anderer Leute aus.